Trainingscamp 2001

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Die LG Östlicher Bodenseekreis ist in der glücklichen Lage, gleich drei Berichte zum Trainingslager von unterschiedlichen Personen zu veröffentlichen - allen sei hier gedankt.
camp01.JPG (179889 Byte) Trainingsgruppe mit den Betreuern Gisela Hölze und Peter Banholzer - Renate Moritz nicht im Bild - sie steht hinter der Kamera.

 

Bildergallerie
Das Trainingscamp der LG ÖBK (Bericht von Benjamin Unger)

Übers Training

Vom 08. bis 13. April bot die LG Östlicher Bodenseekreis für ihre Nachwuchssportler ein Leichtathletiktrainingslager in Memmingen an. 16 Mädchen und Jungs im Alter von 11 bis 15 Jahren nahmen dieses Angebot an und machten sich zusammen mit ihren Trainern Gisela Hölzle, Renate Moritz und Peter Banholzer daran, sich für die Wettkampfsaison fit zu machen. Jeden Tag wurde emsig trainiert, teilweise sogar bis zu sieben Stunden am Tag. Kugelstoßen, Speerwerfen, Diskus und Hürdenlauf wurden neu aufgebaut und trainiert. Aber auch Stabilisation (Krafttraining), Sprint und Weitsprung wurden nicht außer Acht gelassen. Beim Diskuswerfen wurden die Grundlagen (Schrittstellung, Diskusstellung) geübt. Danach ging es an die 4/4- und 6/4 Drehung. Beim Speerwerfen ging es da schon anders zu. Als erstes mussten man sich einen Punkt/ein Ziel denken und versuchen, dieses Ziel mit dem Speer zu treffen. Dann wurde langsam auf den Anlauf hingearbeitet. Die Großen durften unter der Leitung von Giselas früherem Trainer Kugelstoß üben. Beim Weitsprung wurde besonders der Anlauf trainiert. Diese technischen Disziplinen wurden von Peter Banholzer trainiert. Beim Sprint war Pyramidenlauf angesagt. Dabei musste in der Reihenfolge 60m, 80m, 120m, 150m, 120m, 80m und 60m gelaufen werden. Zwischen jedem Lauf waren etwa vier Minuten zum Verschnaufen. Das Ziel war dabei, bei den gleichen Strecken ungefähr die gleiche Leistung zu erzielen.

Beim Hürdenlauf war das Nachziehbein eins der Hauptthemen. Dazu ging man mit dem Schwungbein seitlich an der Hürde vorbei und versuchte, das Nachziehbein so gerade wie möglich über die Hürde zu ziehen. Diese Sprintarten wurden von Gisela Hölzle trainiert.

Für den Waldlauf war Renate Moritz da. So kam es, dass gleich am ersten Tag eine Waldlaufeinheit gemacht wurde. Die Hälfte der Strecke ging es an einem schönen Bächlein vorbei, sodass man die Strecke genießen konnte. Auch für das Stabilisationstraining war Renate verantwortlich. Hier wurden Dehnübungen und Lauftechniken mit Gewichten gemacht.

Am letzten Trainingstag (12.04.) fand ein kleiner Staffellauf statt. Dazu wurden vier Gruppen ausgelost. Vom Start mussten etwa 50m bis zu einer Ballwurfstation gerannt werden. Hier mussten Bälle über eine Torstange geworfen werden, auf der anderen Seite sollte ein anderes Gruppenmitglied den Ball mit einem Hütchen auffangen. Danach wurden wieder etwa 50m gelaufen. Die nächste Station war 50m Seilhüpfen. Auf weiteren 50m musste man einen Apfel auf einem Löffel transportieren, danach ging es ans Speerwerfen, wobei man mit zwei Speeren in einen 12m entfernten, 4m breiten Bereich treffen musste. Erst wenn dies gelungen war, durfte man zum Endspurt über drei Hürden starten, um schließlich das Staffelholz an den Nächsten zu übergeben. Als der Letzte einer Gruppe im Ziel war, musste man ihn mit einer kompletten Klopapierrolle ganz einwickeln. Als Belohnung gab es für alle ein kleines Osternest, das aber davor noch gesucht werden musste!

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Bericht über das Trainingslager (Anett und Jenny)

Als wir an der Jugendherberge ankamen ging ein großes Staunen durch die Reihen, denn die Jugendherberge sah wie ein kleines Schloss aus. Nachdem wir unser ganzes Gepäck in den dritten Stock getragen hatten waren wir ganz schön fertig und hatten kaum noch Lust zu trainieren, doch das gute Essen von Herrn und Frau Schramm baute uns wieder auf. Es hielt die Mädchen sogar so wach, dass sie um Mitternacht das Gefühl bekamen, zu den Jungs zu müssen.

Doch unsere Trainer waren auf der Hut und brachten es soweit, dass zwei Mädchen in den Waschraum flüchten mussten! Amüsanterweise verdonnerten die Trainer sie am nächsten Morgen zum Küchendienst. So ein Küchendienst am Morgen ist aber ganz schön anstrengend, wenn man von den Trainern um 7.30 Uhr mit einer Trillerpfeife aus dem Tiefschlaf gerissen wird! Wenigstens mussten der Küchendienst nicht noch die Lunchpakete machen, die zwei Wecken, Wurst, Joghurt, Pudding, Obst oder anderes enthielten.

Am Dienstag war unser freier Tag, den die Trainer uns versprochen hatten. Das Baden im Hallenbad in Illerstissen brachte eine Menge Spaß, besonders den Jungs, die die Mädchen pausenlos tunkten!

Die letzte Nacht war besonders anstrengend, denn wir wollten uns für das harte Training und das "Abends-Zimmerwechsel"-Verbot an den Trainern rächen. Wir verriegelten ihre Tür mit Schnüren und ließen sie von nachts um drei Uhr bis morgens um sieben in ihren Zimmern schmoren, Renate war heilfroh über die Erlösung, denn sie musste dringend mal für kleine Mädchen. Zum Glück bekamen die Trainer durch diese Aktion nicht mir, dass die Jungs bei den Mädchen in den Betten geschlafen haben!

Wenn es nach uns gegangen wäre, wären wir noch länger im Trainingslager geblieben, denn es war interessant und wir hatten total viel Spaß!

 

Gegendarstellung der Trainer

 

Am Sonntagmorgen starteten wir drei Trainer Peter Banholzer, Renate Moritz und Gisela Hölzle mit elf Schülern und fünf Schülerinnen der LGÖBK mit zwei Kleinbussen und einem Pkw ins Trainingscamp 2001. Nach einer Stunde Fahrt war unser Ziel Memmingen schon erreicht. In der Memminger Jugendherberge, die in einer uralten Villa untergebracht ist und wie ein kleines Schlösschen wirkt, bezogen wir ruckzuck „unsere 3. Etage“...und kurz danach auch unsere Betten selber. Für manch einen war das die erste Trainingseinheit, kam dabei doch so manch einer ins Schwitzen! Die Betten der Mädels waren besonders originell bezogen <grins>, hier wurden auch die ersten Bettwäsch-Geister gesichtet.

Nach einer kurzen Ortsbegehung um die Jugendherberge zum anliegenden Bolz- und Basketballplatz starteten wir schon zur ersten richtigen Trainingseinheit ins Ottobeurer Stadion. Vom ersten kurzen Regenschauer ließen wir uns schon einschüchtern und flüchteten in die anliegende dreifach-Turnhalle, um dort unser Training fortzusetzen. Renate heizte den Schülern gleich richtig ein. Bei den anschließenden Reaktions- und Schnelligkeitsübungen sprinteten alle begeistert um die Wette (an den folgenden Tagen hätten wohl alle wegen der fortschreitenden Müdigkeit nicht mehr so gut reagiert!). Beim anschließenden „Austraben“ im Ottobeurer Bannwald rannten sich schon die ersten die Lunge aus dem Hals. Als wir gerade einen Suchtrupp ausendenwollten, kam der Rest der Mannschaft angejoggt. Wir hatten schon die Befürchtung gehabt, dass sie sich verlaufen hätten, dabei hatten sie den Sinn des Austrabens nur richtig verstanden...

Nach dem Abendessen gab es bis 21 Uhr „Ausgang“. Wir Trainer hatten in der Fußgängerzone (unbeabsichtigt) unseren ersten „Beobachtungsposten“ bezogen. Unbemerkt folgten unsere Blicke dem Schülerrudel...AHA!....SOSO!....AJA!..... Starker Regen trieb alle vorzeitig zurück in die trockene Jugendherberge.

Da- wie überall- die offizielle „Bettruhe“ um 22 Uhr beginnt, läuteten wir mit leichter Verspätung den Feierabend ein. Als im unteren Jungen-Waschraum die Waschzeremonie auszuarten schien, schickten wir Peter als Spaßbremse runter zum Zähneputzen. Das half...vorerst. Endlich waren alle in die richtigen Zimmer verteilt, als „plötzlich“ der Bohnensalat vom Abendessen zu wirken begann. Scharenweise strömten die Jungs-voran Dominik, gestützt von Matthias und Sebastian- mit vorgetäuschten Blähungen zum „Männerklo“, das-wie sollte es auch anders sein- direkt gegenüber des Mädchenzimmers lag. Wir Trainer lagen natürlich auf der Lauer und verfoltgen sichtlich amüsiert den Ideenreichtum der Jungs. Interessant wurde es, als auf einmal mehr „Jungs“ in das Zimmer zurückkehrten, als es verlassen hatten. Neddi, Susanne und Rahel hatten sich unter die Meute gemischt, offensichtlich im Glauben, nicht entdeckt zu werden...Es verging natürlich nicht viel Zeit, als endlich auch die letzten beiden Mädels zum Angriff starteten, Ihre überraschten Gesichter im Taschenlampenlicht und ein überzeugtes „Wir wollen doch nur in den Waschraum“ ließen uns Trainer aufeinen spannende Fortsetzung hoffen. Schließlich lag der Mädchenwaschraum direkt gegenüber der Jungenzimmer. Und das dauerte...ZACK...(endlich): die Tür des Waschraums wurde aufgerissen, zwei Schatten hechteten mit lautem Gekicher über den Flur direkt ins Ziel: Jenny und Christel hatten die Tarnkappen neu erfunden! (Wir Trainer hatten echt unseren Spaß. Solch Einfallsreichtum belohnten wir morgens mit Küchendienst!)

Trotz der kurzen Nächte muss man sagen, dass alle zusammen fleißig mittrainierten. Egal ob beim Hürdenlauf, beim Speerwerfen, beim Diskuswerfen, beim Staffel- oder Sprungtraining oder bei der Laufpyramide, auch wenn die Trainingseinheiten mal über die üblichen zwei Stunden hinausgingen...es waren alle mit (mehr oder weniger) Begeisterung dabei. Zumindest kam keine große Gegenwehr (weil alle zu müde waren?). Sogar in der Mittagspause hielt sich kaum einer (außer uns Trainern) an die Ruhezeit. Das Lunchpaket musste ja schnell verdaut werden, sei es durch Fußballspielen oder durch fangen oder Sitztretball.

Der Mittwochnachmittag war trainingsfrei. Allerdings „verplanten“ wir die Freizeit ab 16 Uhr mit einem Besuch im Illertisser Nautilla. Auch wenn anfangs nicht alle unsere Begeisterung teilten, spätestens beim Gedanken, unsere Rahel im Badeanzug zu sehen, war auch der letzte überzeugt. Dass wir nicht vorzeitig aus dem Bad geflogen sind, grenzt eigentlich schon fast an ein Wunder. Die Bademeister hatten offenbar das Gefühl, dass wir Betreuer die Lage mehr oder weniger im Griff hatten. Interessant war zu beobachten, mit welch Einsatz alle versuchten, uns Trainer zu „ertränken“. (Waren die Trainingseinheiten etwa doch zu hart?!). Der einzige Grund, dass sie uns am Leben ließen, war wohl der, dass sie im Falle unseres Ablebens hätten nach Memmingen zurücklaufen müssen. Wasser geschluckt haben alle wohl reichlich, wir Trainer wehrten uns trotz allem souverän. Auch die folgenden Nächte waren recht kurz und kurzweilig. Sogar unsere Jüngsten fanden auf den Mädchenbetten stets einen Ehrenplatz und wurden von den weiblichen Bewohnern lieb umsorgt. Eines nachts, als gegen ein Uhr überraschend früh Ruhe in den Zimmern einkehrte, machten wir uns auf zum Angriff. Eigentlich wollten wir nur Fotos von schlafenden, völlig fertigen und erschöpften Leichtathletikschülern schießen, als wir feststellen mussten, dass mehr als die Hälfte der Jungenbetten im Zimmer

Nr.12 leer waren. Sie ausfindig zu machen war eigentlich nicht schwer. Doch der erste Blick ins Mädchenzimmer enttäuschte: keine Jungs...(?)...erst der zweite Blick unter die Bettdecken bestätigte unseren „Verdacht“. Offensichtlich waren wir schon erwartet worden und jeder hatte sich ein geeignetes „Versteck“ gesucht. Rührend, mit welch Fürsorglichkeit sich Neddi für den friedlich schlummernden Dominik einsetzte und versuchte, uns dazu zu bewegen, den armen Kerl doch (in ihrem Bett?!)liegen zu lassen, um ihn nicht in seinen Träumen zu stören. Natürlich hatte sich dieser nur perfekt schlafend gestellt. Ich glaube, erst das Wort „Küchendienst“ ließ ihn überraschend schnell fit werden. Unseren Sebastian fanden wir eingequetscht zwischen Schrank und Bett nur durch Zufall!

Unser Trainingsplan wurde am Donnnerstagnachmittag mit einer Spaßstaffel abgeschlossen, bei der auch die „Fußkranken“ ihre letzten  Kräfte mobilisierten. Als Überraschung hatten wir für jeden einzelnen ein kleines Osternestchen im Stadion versteckt. Die persönlichen Sprüche kamen bei allen (?) richtig gut an. Wir Trainer hatten nachts zuvor auch allen Spaß, für jeden einen passenden zu finden.

An unserem letzten Abend luden wir alle zum Eisessen ins „Pedro“ ein. Das kalte Wetter hielt die Begeisterung wiederum stark in Grenzen. Überraschung dann doch, als alle vollzählig fünf vor acht in der Eisdiele eintrafen. Und dort ließen wir es uns dann richtig gutgehen, wollte sich doch keiner mit einem Pinoccio-Becher zufrieden geben. Genüsslich saßen alle vor ihren riesigen Portionen (schließlich gab es die ja umsonst!). Zurück in der Jugendherberge bereiteten wir Trainer uns auf eine lange Nacht vor. So hatten uns doch unsere Schützlinge „angedroht“, die letzte Nacht durchzumachen. Darauf freuten wir uns und hatten uns vorsorglich mit einer Flasche Wein eingedeckt. Sebastian „verirrte“ sich (als Spion?) in unser Zimmer und spielte mit uns einige Runden Triominos, als auf einmal nachts um viertel nach drei unsere Zimmertüre zugeschlagen wurde. Wir warteten gespannt, was kommen mag...und das war unser Fehler! Unsere Türklinke wurde mit der des Waschraums  fest mit einer Schnur zusammengebunden. Eine Befreiung ohne Sachbeschädigung schien uns nicht möglich. Und der „arme“ Sebastian saß mit in der Falle. Auch sein Hilferuf per Handy wurde mir einem „l... m... a. A....!“ klar und deutlich zurückgewiesen. Zu seinem „Glück“ hatten wir noch ein Bett für ihn frei. Und so legten wir uns wenigstens für drei Stunden aufs Ohr. Auch der Rest (bis auf drei) ging dann gelangweilt ins Bett, da ihnen wir Trainer ja nichts mehr anhaben konnten. Um halb sieben wurde unsere Renate dann plötzlich nervös, da wir ja nachts nicht die Gelegneheit bekommen hatten, unsere Blasen noch rechtzeitig zu entleeren. Ein Dank dem Erfinder des Handys! Beim dritten Versuch ging wenigstens Steffen an Rahels Handy. Die Androhung, dass bei Nichtbeachten unseres Hilferufes alle Beteiligten unsere „Notdurft“in unserem Zimmer  wegputzen dürfen, ließ gleich eine ganze Mannschaft antanzen, die uns dann in 0,nichts befreite. Komisch, dass bis zum Frühstück sich kaum einer traute, uns in die Augen zu schauen. Wir fanden die Idee eigentlich ganz lustig.

Völlig übermüdet lieferten wir unsere 11 Schüler und 5 Schülerinnen am Karfreitag bei ihren Eltern wieder ab, damit sie sich alle bis Ostern noch rechtzeitig ausschlafen konnten.

Von unserer Seite möchten wir hier noch ein großes Lob an euch aussprechen. Ihr ward echt klasse! Es hat uns wahnsinnig viel Spaß gemacht und wir hoffen, euch auch, oder?

Also dann, ich wünsche eine erfolgreiche Saison 2001

Eure Gisela